Eine Badewanne soll raus, die neue Dusche möglichst ohne Stolperkante hinein, und trotzdem soll das Budget nicht aus dem Ruder laufen. Für den Umbau zu einer ebenerdigen Dusche liegen die Kosten in Deutschland meist zwischen 4.000 und 8.000 Euro, bei schwierigen Leitungs- oder Estricharbeiten aber deutlich höher. Ich zeige, welche Posten den Preis bestimmen, wann eine bodengleiche Lösung im Altbau technisch machbar ist und wie sich Förderungen nutzen lassen.
Mit diesen Richtwerten lässt sich der Umbau realistisch planen
- 4.000 bis 8.000 Euro kostet der Austausch einer Badewanne gegen eine ebenerdige Dusche meist.
- Bei verlegten Abwasserleitungen oder kompletter Badsanierung können 10.000 bis 20.000 Euro entstehen.
- Die größten Preistreiber sind Entwässerung, Abdichtung, Fliesen und Arbeitszeit.
- Eine bodengleiche Duschtasse ist oft günstiger und sicherer zu montieren als eine individuell geflieste Fläche.
- Förderanträge müssen bei der KfW oder Pflegekasse vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.

Was der Umbau zu einer ebenerdigen Dusche tatsächlich kostet
Für einen einfachen Einbau, bei dem der Abfluss bereits passend liegt und keine komplette Badrenovierung nötig ist, kalkuliere ich ungefähr 3.000 bis 5.000 Euro. Wird eine vorhandene Badewanne entfernt, der Estrich geöffnet und die Fläche neu abgedichtet, liegt der realistische Gesamtbetrag eher bei 4.000 bis 8.000 Euro, jeweils inklusive Montage und Mehrwertsteuer.
| Umbauvariante | Typischer Kostenrahmen | Geeignet für |
|---|---|---|
| Neue bodengleiche Dusche im vorbereiteten Bereich | 3.000 bis 5.000 Euro | Passender Ablauf, wenig Rückbau |
| Badewanne gegen Dusche austauschen | 4.000 bis 8.000 Euro | Üblicher Umbau im Bestandsbad |
| Dusche mit Leitungsverlegung und größerem Estrichaufwand | 7.000 bis 12.000 Euro | Altbau oder ungünstige Anschlusslage |
| Komplette Badsanierung mit neuer Dusche | 15.000 bis 30.000 Euro und mehr | Wenn zusätzlich Wände, Boden, Sanitär und Elektrik erneuert werden |
Diese Spannen sind keine Festpreise. In Leipzig und anderen Städten Sachsens können sich Angebote je nach Betrieb, Auslastung, Anfahrt und Materialauswahl unterscheiden. Ich würde deshalb nicht mit dem günstigsten Online-Richtwert planen, sondern zusätzlich 10 bis 20 Prozent Reserve für Überraschungen im Bestand einrechnen.
Die wichtigsten Einzelposten
Allein die Demontage und Entsorgung der alten Wanne kostet oft 300 bis 800 Euro. Für Armaturen, Duschrinne oder Duschtasse, Abdichtung, Estrich, Fliesen, Glasabtrennung und Montage kommen weitere Beträge hinzu.
| Leistung | Richtwert |
|---|---|
| Demontage und Entsorgung | 300 bis 800 Euro |
| Abwasser- und Wasseranschlüsse | 800 bis 2.500 Euro |
| Estrich öffnen und Gefälle herstellen | 500 bis 1.500 Euro |
| Abdichtung nach den geltenden Anforderungen | 400 bis 900 Euro |
| Duschtasse oder Duschrinne | 300 bis 1.200 Euro |
| Fliesenarbeiten | 800 bis 2.500 Euro |
| Glasabtrennung und Beschläge | 800 bis 2.000 Euro |
| Armatur und Brausegarnitur | 300 bis 1.500 Euro |
Warum der Abfluss über den Preis entscheidet
Eine ebenerdige Dusche braucht ein ausreichendes Gefälle zum Ablauf. Dafür muss der Duschboden meist etwas abgesenkt werden. Im Neubau ist das leicht einzuplanen, im Altbau entscheidet dagegen die vorhandene Aufbauhöhe des Bodens, ob eine komplett niveaugleiche Lösung möglich ist.
Liegt das Abwasserrohr zu hoch oder ist die Decke darunter empfindlich, kann der Handwerker den Boden nicht einfach tiefer aufstemmen. Dann kommen Alternativen infrage, etwa eine besonders flache Duschtasse, eine Vorwandinstallation oder eine kleine, sauber ausgebildete Schwelle. Eine niedrige Kante ist technisch oft sinnvoller als eine schlecht entwässerte Dusche, in der sich später Wasser staut.
Geflieste Dusche oder flache Duschtasse
Eine geflieste Dusche wirkt individuell und lässt sich genau an den Raum anpassen. Sie verlangt aber eine sehr sorgfältige Abdichtung, präzise Gefälleausbildung und fachgerechte Detailarbeit an Ecken, Wandanschlüssen und der Duschrinne. Ich halte eine hochwertige, flache Duschtasse deshalb nicht für die zweitbeste Lösung, sondern im Altbau oft für den vernünftigeren Kompromiss.
| Lösung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Gefliester Duschboden | Individuelle Maße, einheitliche Optik | Aufwendige Abdichtung, mehr Fugenpflege |
| Flache Duschtasse | Planbarer Einbau, weniger Fugen, oft günstiger | Maße und Design stärker vorgegeben |
| Duschrinne | Große Ablaufleistung, moderne Optik | Genaue Montage und regelmäßige Reinigung nötig |
| Punktablauf | Oft preiswerter und kompakter | Gefälle muss aus mehreren Richtungen stimmen |
Bei einer wirklich barrierearmen Planung zählt nicht nur der fehlende Wannenrand. Rutschhemmende Fliesen, stabile Haltemöglichkeiten, ausreichende Bewegungsfläche und eine gut erreichbare Armatur machen im Alltag den größeren Unterschied. Wer heute für später umbaut, sollte Verstärkungen für Haltegriffe gleich in der Wand vorsehen, auch wenn diese zunächst noch nicht montiert werden.
Welche Arbeiten beim Wannenumbau nötig sind
Der Ablauf beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Dabei werden die Maße des Bads, die Lage der Leitungen, die Bodenhöhe und der Zustand von Estrich und Abdichtung geprüft. Ein seriöses Angebot berücksichtigt nicht nur die neue Dusche, sondern auch Rückbau, Entsorgung, Nebenarbeiten und Wiederherstellung.
- Alte Badewanne, Verkleidung und Armaturen ausbauen.
- Abfluss und Wasserleitungen auf Lage und Zustand prüfen.
- Estrich und Bodenaufbau für Ablauf und Gefälle vorbereiten.
- Duschfläche fachgerecht abdichten.
- Duschtasse oder Duschrinne montieren.
- Fliesen, Fugen und Silikonanschlüsse herstellen.
- Armatur, Glasabtrennung und gegebenenfalls Haltegriffe montieren.
- Abfluss, Dichtheit und Gefälle vor der vollständigen Fertigstellung prüfen.
Für den reinen Austausch einer Wanne rechne ich mit etwa drei bis sieben Arbeitstagen, sofern Material verfügbar ist und keine Leitungen verlegt werden müssen. Mit umfangreichen Fliesenarbeiten, Trocknungszeiten und zusätzlichen Sanitärarbeiten kann sich der Umbau auf zwei bis drei Wochen verlängern.
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Was in ein gutes Angebot gehört
Ein Angebot sollte die einzelnen Gewerke verständlich ausweisen. Besonders wichtig sind Angaben zur Abdichtung, zum verwendeten Ablauf, zur Glasabtrennung, zur Fliesenmenge und zu möglichen Zusatzkosten beim Öffnen des Bodens.
- Angabe, ob die Preise inklusive Mehrwertsteuer gelten
- Festgelegte Maße und Ausführung der Duschfläche
- Separate Positionen für Rückbau und Entsorgung
- Regelung für unvorhersehbare Schäden am Estrich oder an Leitungen
- Voraussichtlicher Beginn und Dauer der Arbeiten
- Hinweis auf Eigenleistungen und deren Auswirkungen auf die Gewährleistung
Ich würde mindestens zwei bis drei vergleichbare Angebote einholen. Entscheidend ist nicht allein die Endsumme. Ein auffällig günstiges Angebot spart häufig an Abdichtung, Vorbereitung oder Nacharbeiten, also genau an den Teilen, die später teuer werden können.
Förderung und steuerliche Entlastung für den Badumbau
Wenn der Umbau Barrieren reduziert, können mehrere Wege zur finanziellen Unterstützung infrage kommen. Bei vorhandenem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 4.180 Euro. Der Antrag muss vor dem Umbau gestellt und genehmigt werden.
Seit April 2026 ist außerdem der KfW-Investitionszuschuss 455-B wieder verfügbar, solange Bundesmittel vorhanden sind. Für eine einzelne barrierereduzierende Maßnahme sind 10 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens 2.500 Euro, möglich. Wird der Standard „Altersgerechtes Haus“ erreicht, kann der Zuschuss 12,5 Prozent betragen, maximal 6.250 Euro pro Wohneinheit.
Wie die KfW ausdrücklich vorgibt, muss der Antrag vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Ein bereits erteilter Auftrag oder ein gestarteter Rückbau kann die Förderung gefährden. Die genauen technischen Anforderungen und die aktuelle Verfügbarkeit sollten vor der Beauftragung geprüft werden.
Zusätzlich können Handwerkerleistungen steuerlich berücksichtigt werden. Dabei geht es grundsätzlich nur um den ausgewiesenen Arbeitsanteil, nicht um Materialkosten. Ich würde die Rechnung deshalb immer nach Arbeits-, Fahrt- und Materialkosten getrennt ausstellen lassen und unbar bezahlen.
Die häufigsten Fehler beim Umbau vermeiden
Der größte Fehler ist eine Planung, die nur die neue Duschkabine betrachtet. Wenn Tür, Waschbecken oder WC den Zugang versperren, bringt die bodengleiche Fläche allein wenig. Bei kleinen Bädern kann schon eine andere Türöffnung, ein schmalerer Waschtisch oder eine Vorwandinstallation deutlich mehr Bewegungsfreiheit schaffen.
- Abfluss nicht prüfen: Ohne passende Aufbauhöhe wird aus der geplanten ebenerdigen Dusche schnell eine Kompromisslösung.
- Abdichtung unterschätzen: Fliesen und Silikon ersetzen keine fachgerechte Verbundabdichtung.
- Zu kleine Dusche wählen: Eine Fläche von etwa 90 x 120 cm ist im Alltag meist komfortabler als eine sehr knapp bemessene Eckdusche.
- Glasabtrennung zu knapp kalkulieren: Sondermaße und hochwertige Beschläge können den Preis deutlich erhöhen.
- Förderung zu spät beantragen: Nach Beginn der Arbeiten ist eine rückwirkende Bewilligung meist nicht möglich.
- Reserve vergessen: In älteren Gebäuden können beschädigte Leitungen, feuchter Estrich oder mehrere Fliesenschichten Zusatzkosten verursachen.
Bei Mietwohnungen braucht es vor der baulichen Veränderung die Zustimmung des Vermieters. Auch Eigentümer in einer Wohnungseigentümergemeinschaft sollten prüfen, ob Leitungen, Decken oder gemeinschaftliche Bauteile betroffen sind. Gerade in älteren Häusern in Sachsen lohnt sich eine kurze technische Prüfung, bevor der erste Hammer fällt.
So wird aus der Kostenschätzung eine belastbare Entscheidung
Für einen unkomplizierten Austausch der Badewanne würde ich mit rund 6.000 Euro planen und eine Reserve zurückhalten. Muss der Ablauf verlegt, der Boden geöffnet oder das gesamte Bad neu gefliest werden, ist ein Budget von 8.000 bis 15.000 Euro realistischer.
Am sinnvollsten ist ein Angebot, das die technische Situation vor Ort berücksichtigt und die Förderung nicht als sichere Einnahme einrechnet. Erst wenn Ablaufhöhe, Abdichtung, Ausstattung und mögliche Zuschüsse geklärt sind, lässt sich beurteilen, ob eine echte bodengleiche Dusche, eine flache Duschtasse oder eine kleine Schwelle die beste Lösung für das konkrete Bad ist.