Bei einer Sanierung sollen Lichtschalter und Steckdosen nicht nur funktionieren, sondern auch zum neuen Wohnkonzept passen. Das Schalterprogramm Gira E3 verbindet abgerundete Rahmen mit einer großen Auswahl an Einsätzen aus dem System 55. Ich zeige, welche Funktionen und Farben sich für Altbau, Wohnung und Neubau eignen, worauf es bei der Kompatibilität ankommt und mit welchen Kosten ich realistisch rechnen würde.
Die wichtigsten Punkte für eine stimmige Elektroerneuerung
- System 55: Die Serie nutzt das einheitliche Maß von 55 x 55 Millimetern und lässt sich mit mehr als 300 Funktionen kombinieren.
- Design: Abgerundete Rahmen, sechs Grundfarben und Soft-Touch-Oberflächen wirken besonders harmonisch in modernisierten Wohnräumen.
- Sanierung: Vorhandene Einsätze können häufig weiterverwendet werden, sofern sie zum System 55 und zur jeweiligen Generation passen.
- Montage: Die Ausführung erfolgt unterputz mit Schutzart IP20 und eignet sich daher vor allem für trockene Innenräume.
- Kosten: Ein einzelner Rahmen kostet je nach Oberfläche grob 5 bis 25 Euro im Handel, die komplette Funktion mit Montage deutlich mehr.

Was hinter der Designlinie steckt
Die Serie ist kein einzelner Lichtschalter, sondern ein komplettes Schalter- und Steckdosenprogramm für die Elektroinstallation. Zum Sortiment gehören Rahmen, Trägerrahmen, Wippen und verschiedene Einsätze. Dadurch kann dieselbe Gestaltung im Flur, Wohnzimmer, Schlafzimmer und in Nebenräumen durchgezogen werden.
Optisch verbindet E3 eine außen weiche, abgerundete Form mit einer eher klaren Innenfläche. Die Soft-Touch-Varianten fühlen sich leicht samtig an und wirken weniger kühl als hochglänzende Kunststoffoberflächen. Nach meiner Erfahrung passt diese Mischung besonders gut zu sanierten Altbauwohnungen, in denen neue Technik nicht wie ein Fremdkörper aussehen soll.
Die Abdeckrahmen sind als 1fach- bis 5fach-Variante erhältlich. Ein 1fach-Rahmen misst etwa 91,6 x 91,6 Millimeter, ein 2fach-Rahmen ist rund 162,7 Millimeter hoch. Die Rahmen können je nach Raumplanung senkrecht oder waagerecht montiert werden.
Warum sie bei einer Sanierung praktisch ist
Der größte Vorteil liegt für mich nicht allein in der Optik, sondern in der Plattform dahinter. Das Programm gehört zum Gira System 55. Die quadratischen Funktionseinsätze haben ein einheitliches Grundmaß und können mit mehreren Designlinien kombiniert werden.
Bei einer Renovierung bedeutet das mehr Spielraum. Ein klassischer Lichtschalter kann später durch einen Dimmer, einen Jalousietaster oder einen intelligenten Tastsensor ersetzt werden, ohne dass die komplette Rahmenplanung neu beginnen muss. Voraussetzung ist allerdings, dass die vorhandenen Unterputzdosen, Leitungen und Einsätze technisch geeignet sind.
Was vor dem Austausch geprüft werden muss
- Passt der vorhandene Einsatz zum System 55?
- Handelt es sich um eine ältere oder aktuelle Generation des Schalters?
- Sind die Unterputzdosen ausreichend tief für Dimmer, Relais oder Smart-Home-Einsätze?
- Ist die Verdrahtung für die gewünschte Funktion vorhanden?
- Reicht die Anzahl der Adern für Wechselschaltung, Jalousiesteuerung oder Präsenzsensor?
Ein häufiger Fehler besteht darin, nur die sichtbare Wippe auszuwählen. Bei einer einfachen Steckdose mag das noch unkompliziert sein. Bei Dimmern, Bewegungsmeldern oder Smart-Home-Komponenten entscheidet jedoch der technische Einsatz, ob die Lösung tatsächlich funktioniert. Arbeiten an 230-Volt-Anlagen sollte ein Elektrofachbetrieb übernehmen.
Welche Funktionen wirklich zusammenpassen
Die Plattform lässt sich weit über normale Schalter hinaus nutzen. Nach Herstellerangaben stehen mehr als 300 Funktionen zur Verfügung. Dazu zählen klassische Elektroinstallationen ebenso wie Komponenten für Lichtsteuerung, Jalousien, Türkommunikation und Gebäudevernetzung.
| Funktion | Sinnvolle Anwendung | Worauf ich achten würde |
|---|---|---|
| Schalter oder Taster | Deckenlicht, Wandleuchten, Treppenhaus | Schaltungsart und vorhandene Adern prüfen |
| Dimmer | Wohnzimmer, Essbereich, Schlafzimmer | LED-Kompatibilität und Mindestlast beachten |
| Jalousie- oder Rollladentaster | Fensterfronten und Dachgeschoss | Motorsteuerung und Verriegelung müssen passen |
| Steckdose | Wohnräume, Küche, Arbeitszimmer | Berührungsschutz und Raumumgebung berücksichtigen |
| Temperaturregler | Fußbodenheizung und einzelne Heizkreise | Regelungssystem und Anschlussart abgleichen |
| Tastsensor oder Funk-Wandsender | Lichtszenen und Smart-Home-Steuerung | System, Stromversorgung und Reichweite klären |
Für ein saniertes Einfamilienhaus würde ich nicht automatisch jede smarte Funktion einbauen. Oft bringen zuerst sauber geplante Steckdosen, gute Beleuchtungsanschlüsse und eine sinnvolle Jalousiesteuerung den größten praktischen Nutzen. Smarte Komponenten lassen sich dann gezielt dort ergänzen, wo sie im Alltag wirklich Zeit sparen.
Auch Unterputzradios, Netzwerkanschlüsse oder Wohnungsstationen können in das Erscheinungsbild integriert werden. Das wirkt besonders ordentlich in Fluren und Küchen, wo mehrere unterschiedliche Geräte sonst schnell zu einem uneinheitlichen Wandbild führen.
Farben und Kombinationen für verschiedene Räume
Die sichtbaren Rahmen gibt es in Reinweiß glänzend, Hellgrau, Grau, Dunkelgrau, Sand und Umbra. Die Soft-Touch-Farben sind überwiegend matt und setzen sich damit deutlich von klassischem glänzendem Weiß ab. Zusätzlich kann der Trägerrahmen in Reinweiß oder Anthrazit gewählt werden.
Helle Wohnungen und Altbau
In hohen Altbauräumen mit weißen Wänden wirkt Reinweiß glänzend zurückhaltend. Hellgrau ist eine gute Zwischenlösung, wenn der Raum nicht steril wirken soll. Ich würde diese Kombination besonders dann wählen, wenn Türen, Sockelleisten und Fenster bereits weiß gehalten sind.
Moderne Wohnküchen
Grau oder Dunkelgrau passt gut zu Betonoptik, Holz, schwarzen Armaturen und matten Küchenfronten. Der Kontrast sollte aber bewusst gesetzt werden. Viele dunkle Schalter nebeneinander können an einer hellen Wand sehr präsent wirken, während einzelne Akzente neben einer Küchenzeile meist elegant aussehen.
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Warme Wohnkonzepte
Sand und Umbra harmonieren mit Eichenholz, Naturstein und warmen Wandfarben. Diese Töne sind weniger universell als Weiß oder Grau, können aber gerade bei einer hochwertigen Sanierung den Unterschied machen. Für eine spätere Vermietung in Leipzig würde ich eher neutrale Farben bevorzugen, weil sie mehr Einrichtungsstile offenlassen.
Bei der Planung sollte nicht nur die Rahmenfarbe betrachtet werden. Entscheidend ist auch die Kombination aus Deckrahmen, Trägerrahmen und Funktionseinsatz. Ein anthrazitfarbener Träger unter einem hellen Soft-Touch-Rahmen erzeugt einen sichtbaren Kontrast, während eine vollständig weiße Kombination ruhiger und unauffälliger bleibt.
Mit welchen Kosten ich bei der Planung rechne
Die Preise hängen stark von Oberfläche, Funktion und Bezugsquelle ab. Der Hersteller-Preisstand für Deutschland aus November 2025 nennt für einen einfachen Rahmen in Reinweiß glänzend rund 8,57 Euro netto. Soft-Touch-Rahmen in Hellgrau oder Dunkelgrau liegen beim 1fach-Modell bei etwa 20 bis 21 Euro netto.
| Bauteil | Grobe Orientierung pro Stück | Bemerkung |
|---|---|---|
| 1fach-Rahmen glänzend weiß | etwa 5 bis 12 Euro | Je nach Händler und Angebot |
| 1fach-Rahmen Soft-Touch | etwa 11 bis 25 Euro | Farbe und Trägerrahmen beeinflussen den Preis |
| 2fach-Rahmen | etwa 12 bis 35 Euro | Soft-Touch meist deutlich teurer |
| Einfache Steckdose komplett | etwa 15 bis 35 Euro | Ohne Montage, Sonderausführungen kosten mehr |
| Schalter oder Taster komplett | etwa 25 bis 50 Euro | Dimmer und smarte Einsätze liegen darüber |
Diese Werte sind Materialgrößenordnungen und keine verbindlichen Angebote. Für eine Wohnung mit 40 bis 60 sichtbaren Schalt- und Steckdosenplätzen kann allein das Material schnell 1.000 bis 2.500 Euro kosten, wenn viele Rahmen, hochwertige Oberflächen oder intelligente Einsätze vorgesehen sind.
Die Arbeitskosten kommen hinzu. Werden nur Abdeckungen und vorhandene Einsätze getauscht, ist der Aufwand überschaubar. Müssen Leitungen, Unterputzdosen, Sicherungen oder die Verteilung angepasst werden, wird aus dem Designwechsel eine echte Elektro-Sanierung. Genau diese beiden Fälle sollte ich im Angebot getrennt ausweisen lassen.
Wo die Lösung an Grenzen stößt
Die Ausführung ist für Unterputzmontage und Schutzart IP20 vorgesehen. Das bedeutet, dass sie für trockene Innenräume gedacht ist. Im Badezimmer, Hauswirtschaftsraum oder in Bereichen mit Spritzwasser müssen die Installationszonen und geeignete Schutzarten berücksichtigt werden.
Auch die Systemkompatibilität ist kein Freibrief. Zwar lassen sich viele Einsätze aus System 2000 und System 3000 in System-55-Rahmen einsetzen. Bei älteren Schaltern, geänderten Befestigungen oder einzelnen Sonderfunktionen kann es trotzdem Unterschiede geben. Ein Foto der vorhandenen Installation reicht für eine sichere Bestellung oft nicht aus.
Bei kleinen Räumen können breite Mehrfachrahmen außerdem unruhig wirken. Ein 3fach- oder 4fach-Rahmen ist funktional praktisch, braucht aber eine präzise Positionierung. Ich plane solche Kombinationen lieber auf einer gemeinsamen Achse und mit ausreichend Abstand zu Türen, Möbeln und Wandkanten.
Die Soft-Touch-Oberfläche fühlt sich angenehm an, ist aber nicht völlig unempfindlich. An stark genutzten Stellen, etwa neben der Haustür oder in einer vermieteten Wohnung, können matte Oberflächen mit der Zeit sichtbare Berührungsspuren zeigen. Für diese Bereiche ist glänzendes Weiß oft pflegeleichter und leichter nachzubestellen.
Die beste Schalterwahl beginnt mit dem Installationsplan
Für eine Sanierung halte ich E3 vor allem dann für sinnvoll, wenn eine einheitliche Gestaltung mit späterer Erweiterbarkeit gewünscht ist. Die Serie bietet genug Auswahl für klassische Elektroinstallationen und lässt gleichzeitig den Weg zu Dimmern, Jalousiesteuerung und Smart Home offen.
Mein praktischer Rat ist, zuerst alle Schalter, Steckdosen und Sonderfunktionen raumweise zu erfassen. Danach werden Farbe, Rahmenbreite und technische Einsätze festgelegt. So bleibt die Entscheidung nachvollziehbar, das Angebot des Elektrikers wird genauer und teure Nachbestellungen während der Renovierung werden deutlich unwahrscheinlicher.