Gira Lichtschalter ausbauen - was darf ich selbst machen?

Ewald Zimmermann .

18. Mai 2026

Anleitung zum Gira Lichtschalter ausbauen: Kabel (blau/violett und rot) werden in Klemmen (N, 1, L, 2) gesteckt.

Ein Gira-Lichtschalter wirkt beim Renovieren schnell wie ein kleines Detail, doch hinter Wippe und Rahmen können 230 Volt, mehrere Schaltstellen oder eine ältere Verdrahtung stecken. Ich zeige, welche Teile du selbst unterscheiden und vorbereiten kannst, wie der mechanische Ausbau abläuft und an welcher Stelle zwingend eine Elektrofachkraft übernehmen sollte. So lässt sich der Schalter sauber entfernen, ohne Wand, Leitungen oder die spätere Funktion zu beschädigen.

Die wichtigsten Schritte für einen sicheren Ausbau

  • Nur Wippe und Rahmen gehören zur sichtbaren Abdeckung und lassen sich meist mechanisch lösen.
  • Der Unterputz-Einsatz darf in Deutschland nur durch eine entsprechend qualifizierte Elektrofachkraft abgeklemmt und ausgebaut werden.
  • Die Sicherung ausschalten reicht allein nicht aus. Die Spannungsfreiheit muss fachgerecht festgestellt werden.
  • Schaltertyp und Funktion müssen vor dem Ersatz geklärt werden, besonders bei Wechsel-, Taster-, Dimmer- und Smart-Home-Schaltungen.
  • Ein Foto der Verdrahtung und die Artikelbezeichnung erleichtern die spätere Montage erheblich.

Erst klären, welches Teil entfernt werden soll

Bei Gira besteht ein Lichtschalter häufig aus mehreren Ebenen. Außen sitzen die Wippe und der Designrahmen, darunter eine Abdeckung oder Zentralscheibe und ganz hinten der elektrische Funktionseinsatz in der Unterputzdose.

Diese Unterscheidung ist entscheidend. Wer nur den Rahmen wegen einer Renovierung abnehmen möchte, hat eine andere Aufgabe vor sich als jemand, der den kompletten Schalter gegen einen Dimmer oder ein anderes Modell tauschen will. Die sichtbaren Teile gehören oft zum System 55, der elektrische Einsatz kann aber trotzdem eine völlig andere Funktion haben.

Teil Aufgabe Typischer Umgang
Wippe Bedienung des Schalters Vorsichtig ausclipsen oder abheben
Designrahmen Deckt den Übergang zur Wand ab Nach dem Entfernen der Wippe abnehmen
Zentralscheibe Deckt den Funktionseinsatz ab Je nach Modell verschraubt oder geklipst
Unterputz-Einsatz Schaltet, dimmt oder steuert die Leuchte Nur durch eine Elektrofachkraft lösen und abklemmen

Wippe, Taster und Dimmer nicht verwechseln

Ein normaler Wippschalter bleibt nach dem Drücken in seiner Stellung. Ein Taster federt zurück und steuert häufig ein Relais oder einen Treppenlichtautomaten. Beim Dimmer kommen elektronische Bauteile hinzu. Die äußere Form kann ähnlich aussehen, die technische Funktion ist jedoch nicht austauschbar.

Gira weist selbst darauf hin, dass Wippen für Wippschalter und Tastschalter unterschiedliche Aufnahmen haben können. Ich würde deshalb vor dem Ausbau nicht nur auf das Design achten, sondern die Beschriftung auf dem Einsatz, die vorhandene Funktion und möglichst die Artikelnummer dokumentieren.

Sicherheit vor dem ersten Griff

Ein Lichtschalter ist kein ungefährliches Bastelprojekt. Schon hinter der Wippe können berührbare Kontakte oder lose Adern liegen. Für mich gilt deshalb eine klare Grenze: Abdeckung und Rahmen vorbereiten ist etwas anderes als elektrische Leitungen lösen.

Vor Arbeiten an der festen Elektroinstallation müssen die fünf Sicherheitsregeln berücksichtigt werden. DKE nennt dabei das Freischalten, das Sichern gegen Wiedereinschalten, das Feststellen der Spannungsfreiheit sowie weitere Schutzmaßnahmen. Für private Renovierungen bedeutet das praktisch:

  1. Den zuständigen Leitungsschutzschalter ausschalten.
  2. Das Wiedereinschalten verhindern und andere Personen im Haushalt informieren.
  3. Die Spannungsfreiheit mit einem geeigneten zweipoligen Spannungsprüfer feststellen lassen.
  4. Benachbarte Stromkreise berücksichtigen, weil in einer Dose mehrere Leitungen liegen können.
  5. Bei Unsicherheit, Altinstallation oder mehreren Schaltstellen die Arbeit unterbrechen.

Ein berührungsloser Spannungsprüfer oder ein einfacher Phasenprüfer ist dafür kein verlässlicher Ersatz. Auch der Wandschalter selbst trennt nicht automatisch jede Ader. In älteren Wohnungen, bei Wechselschaltungen oder nach früheren Eigenumbauten kann die Situation deutlich anders aussehen als erwartet.

Das Abklemmen und Herausnehmen des 230-Volt-Einsatzes gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. DKE ordnet Personen ohne elektrotechnische Ausbildung als Laien ein und beschreibt für Arbeiten an elektrischen Anlagen entsprechende Qualifikationen. Bei einer Mietwohnung sollte außerdem der Vermieter oder die Hausverwaltung einbezogen werden, bevor die feste Installation verändert wird.

[search_image]Gira System 55 Lichtschalter Wippe Rahmen ausbauen

So wird ein Gira-Schalter mechanisch zerlegt

Die folgenden Schritte beziehen sich auf die sichtbaren Bauteile. Der elektrische Einsatz bleibt dabei unangetastet, bis eine Fachkraft die Anlage freigeschaltet und geprüft hat.

1. Zustand und Verdrahtung dokumentieren

Ich fotografiere vor jeder Demontage die komplette Einheit aus mehreren Blickwinkeln. Zusätzlich notiere ich Raum, Schalterfunktion und gegebenenfalls die Bezeichnung auf der Abdeckung. Das klingt banal, spart bei einer Sanierung aber oft viel Zeit, wenn mehrere Schalterprogramme oder ähnliche Rahmen nebeneinander verbaut sind.

2. Wippe vorsichtig abnehmen

Bei vielen Gira-Wippen lässt sich die Abdeckung an einer seitlichen Kante vorsichtig ausclipsen. Verwende dafür möglichst ein Kunststoffhebelwerkzeug. Ein Schraubendreher kann funktionieren, hinterlässt aber schnell Druckstellen an der Wippe oder beschädigt die Wandkante.

Bei einer Doppelwippe werden die beiden Bedienflächen meist einzeln gelöst. Nicht hebeln, wenn sich das Teil ungewöhnlich stark wehrt. Dann kann eine verdeckte Rastnase, eine zentrale Abdeckung oder ein anderes Modell vorliegen.

3. Rahmen abnehmen

Nach dem Entfernen der Wippe lässt sich der Designrahmen in der Regel nach vorn abziehen. Bei Mehrfachkombinationen solltest du die Reihenfolge und Ausrichtung markieren. Ein Rahmen kann äußerlich symmetrisch wirken, sitzt nach dem Ausbau aber nicht immer in jeder Richtung gleich sauber.

4. Zentralscheibe und Einsatz unterscheiden

Unter dem Rahmen folgt je nach Ausführung eine Zentralscheibe, die verschraubt oder geklipst sein kann. Bei einem Dimmer, Raumtemperaturregler oder Smart-Home-Bedienelement ist die Demontage oft anders als bei einem einfachen Schalter. Keinesfalls an Adern ziehen, nur weil sich eine Abdeckung bereits gelöst hat.

Lesen Sie auch: Wie viele Steckdosen pro Raum sind sinnvoll?

5. Elektrischen Einsatz ausbauen lassen

Die Fachkraft prüft die Spannungsfreiheit, löst die Befestigung in der Unterputzdose und trennt die Leiter fachgerecht. Dabei wird auch kontrolliert, ob die Dose, die Klemmen und die Leitungsisolierung noch in gutem Zustand sind. Gerade bei einer Sanierung ist dieser Blick wichtig, weil ein neuer Rahmen allein keine beschädigte oder veraltete Installation verbessert.

Welcher Ersatz passt wirklich zur vorhandenen Installation

Ein passender Gira-Rahmen bedeutet nicht automatisch, dass jeder beliebige Einsatz dahinter funktioniert. Bei der Auswahl müssen mindestens Designlinie, Schaltfunktion, Einbautiefe und Verdrahtung zusammenpassen.

Vorhandene Funktion Möglicher Ersatz Darauf kommt es an
Einfacher Ein-Aus-Schalter Schalter oder passender Taster Die Bedienlogik muss zur Leuchte und Steuerung passen.
Wechselschaltung Geeigneter Wechselschalter Ein normaler Ausschalter ist nicht ausreichend.
Treppenlicht oder Relaissteuerung Taster Der Taster muss die vorhandene Steuerung korrekt auslösen.
Dimmer Passender Dimmeinsatz Leuchtmittel, Mindestlast und Dimmer müssen kompatibel sein.
Gira System 3000 oder Smart-Home-Komponente Kompatibler Systemeinsatz Zusätzliche Anforderungen wie Neutralleiter, Lastart oder Parametrierung prüfen.

Besonders bei LED-Leuchten wird der Dimmer häufig unterschätzt. Flackern, Nachglimmen oder ein kleiner Regelbereich sind oft keine Montagefehler, sondern ein Hinweis auf eine ungeeignete Kombination aus Leuchtmittel und Einsatz. Ich würde deshalb vor dem Kauf die Leuchtmittelbezeichnung und den vorhandenen Einsatz fotografieren und dem Fachbetrieb zeigen.

Diese Fehler machen den Ausbau unnötig teuer

  • Nur die Sicherung beschriften, aber nicht gegen Wiedereinschalten sichern. Andere Personen können den Stromkreis unbemerkt wieder aktivieren.
  • Die Aderfarben als Beweis ansehen. In alten oder veränderten Installationen können Farben fehlen, falsch verwendet worden sein oder eine andere Funktion haben.
  • Den Einsatz mit Gewalt herausziehen. Dadurch können Unterputzdose, Klemmen oder Leitungen beschädigt werden.
  • Einfachen Schalter und Taster gleichsetzen. Das führt besonders bei Treppenlicht- und Relaisanlagen zu Fehlfunktionen.
  • Rahmen und Wippen mischen, ohne die Designlinie zu prüfen. E2, E3, Event, Esprit und Standard 55 sehen ähnlich aus, unterscheiden sich aber in Form und Oberfläche.
  • Bei einer Mehrfachkombination nur ein Teilstück ersetzen, ohne die Abstände und Rahmenbreite zu kontrollieren.

Bei Altbauten, wie sie auch im Leipziger Wohnungsbestand häufig vorkommen, sollte zusätzlich der Zustand der Unterputzdose geprüft werden. Brüchige Aderisolierungen, lockere Krallen oder eine zu flache Dose sind keine Kleinigkeiten, die man mit einem neuen Designrahmen kaschieren sollte.

Wann sich der Elektriker besonders lohnt

Ein Fachbetrieb ist spätestens dann nötig, wenn Adern gelöst, der Einsatz ersetzt, eine Schaltung verändert oder ein Dimmer beziehungsweise Smart-Home-Modul eingebaut werden soll. Das gilt auch, wenn mehrere Sicherungen zur betreffenden Dose führen, die Anlage ungewöhnlich reagiert oder kein eindeutiger Stromkreis zugeordnet werden kann.

Für den Austausch eines einzelnen Schalters werden im normalen Tageseinsatz häufig etwa 80 bis 180 Euro berechnet. Darin können Anfahrt, Arbeitszeit, Prüfung und Material enthalten sein. Einfache Arbeiten dauern oft 15 bis 45 Minuten, bei Altbau, Fehlersuche oder einer Mehrfachkombination deutlich länger. Verbindlich wird der Preis erst, wenn der Betrieb Anfahrt, Arbeitszeit und Material getrennt nennt.

Bei einer laufenden Sanierung lohnt es sich, mehrere Schalter in einem Termin prüfen oder austauschen zu lassen. Der Einzelpreis sinkt nicht immer dramatisch, aber eine zusätzliche Anfahrt entfällt. Für Leipzig und das Umland würde ich außerdem frühzeitig einen eingetragenen Elektrofachbetrieb anfragen, weil kleine Einzelaufträge nicht überall kurzfristig angenommen werden.

Gehört die Wohnung nicht dir, solltest du die sichtbaren Teile höchstens zur Reinigung oder Dokumentation abnehmen und den eigentlichen Austausch abstimmen. Bei einem Schaden durch eine nicht fachgerechte Veränderung können sonst Haftungs- und Versicherungsfragen entstehen.

Der kleine Ausbau, der bei der Sanierung große Fehler verhindert

Wer einen Gira-Lichtschalter ausbauen möchte, sollte zuerst zwischen Abdeckung und elektrischer Installation trennen. Wippe und Rahmen lassen sich meist vorsichtig dokumentieren und abnehmen, während Zentralscheibe, Einsatz und Leitungen fachgerecht geprüft werden müssen.

Mein wichtigster Rat ist schlicht: **Foto machen, Funktion notieren, nichts an Adern verändern und den Ersatz erst nach Prüfung des Einsatzes kaufen**. Damit bleibt die Renovierung planbar, und aus einem schnellen Austausch wird nicht versehentlich ein Fehler in der gesamten Elektroinstallation.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Wippe und Designrahmen lassen sich meist vorsichtig mechanisch abnehmen. Eine Zentralscheibe kann je nach Modell verschraubt oder geklipst sein. Den Unterputz-Einsatz und angeschlossene Leitungen sollte ausschließlich eine Elektrofachkraft lösen.
Das Ausschalten des Leitungsschutzschalters allein garantiert keine Spannungsfreiheit. Der Stromkreis muss gegen Wiedereinschalten gesichert und mit einem geeigneten zweipoligen Spannungsprüfer fachgerecht geprüft werden. Außerdem können mehrere Stromkreise in einer Dose liegen.
Ein Wippschalter bleibt nach dem Drücken in seiner Stellung, während ein Taster zurückfedert und häufig ein Relais oder einen Treppenlichtautomaten steuert. Ein Dimmer enthält elektronische Bauteile. Bei einer Wechselschaltung sind mehrere Schaltstellen beteiligt, weshalb ein normaler Ausschalter nicht als Ersatz genügt.
Für einen einzelnen Schalter werden im normalen Tageseinsatz häufig etwa 80 bis 180 Euro berechnet. Je nach Betrieb können darin Anfahrt, Arbeitszeit, Prüfung und Material enthalten sein. Einfache Arbeiten dauern oft 15 bis 45 Minuten, bei Altbau, Fehlersuche oder Mehrfachkombinationen jedoch länger.
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Autor Ewald Zimmermann
Ewald Zimmermann
Mein Name ist Ewald Zimmermann und seit 7 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Immobilien in Sachsen. Es ist mir ein Anliegen, Ihnen beim Kaufen, Bauen und Wohnen in dieser wunderschönen Region mit fundierten Informationen zur Seite zu stehen. Meine Arbeit hier auf blacklabelimmobilien-leipzig.de sehe ich als Möglichkeit, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten und Ihnen so eine solide Grundlage für Ihre Entscheidungen zu bieten. Dabei lege ich Wert darauf, aktuelle Trends im Blick zu behalten und die Informationen stets sorgfältig zu prüfen, damit Sie sich auf ihre Richtigkeit verlassen können.
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