Bei einer Sanierung entscheidet nicht nur die Farbe der Wände über den späteren Eindruck eines Raums. Auch Schalter, Steckdosen und Bedienelemente sitzen ständig im Blickfeld und müssen zugleich zur vorhandenen Elektroinstallation passen. Die Gira-Schalterprogramme verbinden deshalb Design mit einem modularen System, das bei Neubau, Altbau und einzelnen Modernisierungsschritten gleichermaßen interessant ist.
Die passende Schalterserie verbindet Wohnstil und technische Planung
- System 55 bietet ein Grundmaß von 55 × 55 Millimetern und erleichtert die Kombination verschiedener Einsätze.
- E2 und Standard 55 eignen sich besonders für zeitlose, wirtschaftliche Renovierungen.
- Esprit und Studio setzen stärker auf Glas, Metall und eine hochwertige Innenraumwirkung.
- TX_44 ist für geschützte Außenbereiche und Feuchträume mit passenden Dichtungssets ausgelegt.
- Materialkosten liegen je nach Serie grob zwischen 2 und 33 Euro pro Einzelkomponente, Montage und Leitungsarbeiten kommen hinzu.
Was hinter den Gira-Schalterprogrammen steckt
Ein Schalterprogramm besteht nicht nur aus einer sichtbaren Wippe. Dahinter stehen Rahmen, Einsätze, Abdeckungen und technische Funktionen, die miteinander abgestimmt werden. So kann eine Steckdose optisch zum Lichtschalter passen, während im Hintergrund ein Dimmer, ein Jalousietaster, ein Raumtemperaturregler oder eine USB-Ladefunktion arbeitet.
Das zentrale Prinzip ist der modulare Aufbau. Beim Gira System 55 haben viele Funktionseinsätze ein einheitliches Grundmaß von 55 × 55 Millimetern. Dadurch lassen sich bestimmte Einsätze mit unterschiedlichen Designlinien kombinieren, ohne die komplette Elektroinstallation neu planen zu müssen.
Für eine Sanierung ist das ein echter Vorteil. Ich würde deshalb nicht zuerst nach der schönsten Farbe suchen, sondern klären, welche Funktionen im Haus künftig gebraucht werden. Ein schlichtes Programm mit Dimmern, Netzwerkanschlüssen und ausreichend Steckdosen ist langfristig oft sinnvoller als ein exklusiver Rahmen, der technisch kaum Erweiterungen zulässt.
Die Designlinien im direkten Vergleich
Die Unterschiede liegen vor allem in Form, Oberfläche, Preis und Einsatzbereich. Die Technik kann innerhalb des System-55-Baukastens ähnlich sein, die Wirkung an der Wand ist jedoch deutlich verschieden.
| Designlinie | Optische Wirkung | Typischer Einsatz | Meine Einschätzung |
|---|---|---|---|
| Standard 55 | Schlicht, funktional, zurückhaltend | Basisinstallation, Mietobjekte, preisbewusste Sanierung | Die vernünftige Wahl, wenn Funktion und Budget im Vordergrund stehen. |
| E1 | Reduziert mit weicheren Konturen | Moderne Wohnungen und Einfamilienhäuser | Ein guter Mittelweg zwischen klarer Gestaltung und wohnlicher Wirkung. |
| E2 | Kantig, flach und sehr geradlinig | Neubau, Altbausanierung, minimalistische Räume | Besonders vielseitig und meist leicht mit Möbeln und Türen abzustimmen. |
| E3 | Rundere Formen, matte und glänzende Oberflächen | Wohnräume mit weicherer Gestaltung | Passt besser zu runden Leuchten, natürlichen Materialien und klassischen Möbeln. |
| Esprit | Glas, Metall oder Linoleum-Multiplex | Hochwertige Innenräume und repräsentative Bereiche | Starkes Gestaltungselement, aber preislich und optisch nicht für jedes Zimmer nötig. |
| Studio | Glas, rund oder eckig, kontrastreich | Designorientierte Wohn- und Arbeitsbereiche | Wirkt edel, verlangt aber eine sauber geplante und präzise montierte Umgebung. |
| TX_44 | Robust, funktional, mit Schutzabdeckung | Terrasse, Keller, Werkstatt und geschützte Außenbereiche | Die praktische Lösung, wenn Feuchtigkeit und Staub eine Rolle spielen. |
Die Auswahl muss nicht im ganzen Gebäude identisch ausfallen. Für ein hochwertiges Wohnzimmer kann beispielsweise Esprit mit Glas oder Metall sinnvoll sein, während im Keller Standard 55 oder TX_44 die bessere Entscheidung darstellt. Wichtig bleibt, dass Farben und Rahmenbreiten nicht zufällig nebeneinanderstehen.
Bei einem Leipziger Altbau mit hohen Decken und sichtbaren Holzelementen würde ich eher zu E2 in Weiß, Anthrazit oder einer zurückhaltenden Aluminiumoptik greifen. In einer Wohnung mit warmen Naturmaterialien kann E3 harmonischer wirken. Das klingt nach einem kleinen Detail, beeinflusst aber den Gesamteindruck einer renovierten Immobilie stärker, als viele Bauherren zunächst erwarten.

Welche Serie zu welchem Raum passt
Wohnzimmer und offene Wohnbereiche
Im Wohnbereich zählen eine ruhige Optik und eine gute Bedienbarkeit. E2, E1 und Studio passen zu modernen Grundrissen, weil sie klare Flächen nicht unnötig unterbrechen. Bei mehreren Funktionen an einer Stelle sollte der Rahmen groß genug geplant werden, damit Licht, Jalousien, Steckdosen und gegebenenfalls Smart-Home-Bedienung nicht ungeordnet wirken.
Ich halte es für sinnvoll, Steckdosen und Schalter innerhalb eines Raums farblich einheitlich zu halten. Eine schwarze Designlinie kann sehr elegant aussehen, zeigt aber Staub und Fingerabdrücke schneller als eine matte, helle Oberfläche. Gerade bei Immobilien, die vermietet oder später verkauft werden sollen, ist zeitlos statt modisch meist die bessere Strategie.
Küche, Flur und Schlafzimmer
In Küche und Flur braucht es vor allem viele sinnvoll platzierte Anschlüsse. Hier ist nicht der teuerste Rahmen entscheidend, sondern eine gute Planung für Arbeitsflächen, Beleuchtung, Netzwerk und Ladegeräte. Steckdosen mit USB-Anschluss können praktisch sein, ersetzen aber keine ausreichende Zahl normaler Schuko-Steckdosen.
Im Schlafzimmer bewähren sich dezente Schalter und Orientierungsleuchten. Eine kleine, gedimmte Beleuchtung am Bett oder im Flur verhindert nächtliches Stolpern, ohne den Raum hell auszuleuchten. Für eine Sanierung ist außerdem zu prüfen, ob vorhandene Gerätedosen tief genug für neue Einsätze sind.
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Bad, Keller und Außenbereich
In Feuchträumen und im Außenbereich zählt nicht nur die Optik. IP44 bedeutet Schutz gegen Spritzwasser, entsteht aber nur durch eine geeignete Kombination aus Produkt, Dichtungsset und fachgerechter Montage. Eine gewöhnliche Innenraum-Steckdose wird nicht allein durch einen anderen Rahmen zur Außenlösung.
Für Terrasse, Garage oder Waschküche ist TX_44 naheliegend. In trockenen Kellerräumen kann dagegen eine normale System-55-Lösung ausreichen. Die konkrete Schutzart, der Montageort und die vorhandene Absicherung müssen vor Ort durch eine Elektrofachkraft geprüft werden.
System 55 macht Renovierungen flexibler
Bei einer Teilsanierung muss nicht immer jede Wand geöffnet werden. Für Räume, in denen Schlitzen vermieden werden soll, gibt es bei ausgewählten Designlinien auch Aufputzvarianten. Sie sind besonders interessant bei Sichtmauerwerk, schwer zugänglichen Wänden oder einer Renovierung mit möglichst wenig Staub.
Vor dem Kauf sollte ich vier Punkte abgleichen:
- Welche Designlinie und welche Farbe ist bereits im Gebäude vorhanden?
- Handelt es sich um Unterputz-, Aufputz- oder eine flache Montage?
- Welche Einsätze werden benötigt, etwa Schalter, Taster, Dimmer oder Netzwerkdose?
- Sind Rahmen, Wippen und Einsätze aus derselben kompatiblen Generation?
Der letzte Punkt wird häufig unterschätzt. Ältere und neuere Baureihen können äußerlich ähnlich aussehen, aber nicht immer vollständig zusammenpassen. Ich würde deshalb vor dem Ausbau ein vorhandenes Element fotografieren und die Kennzeichnung auf der Rückseite prüfen. Bei einer größeren Renovierung ist eine vollständige Stückliste sicherer als der spontane Einkauf einzelner Abdeckungen.
Das System erleichtert auch spätere Änderungen. Ein klassischer Lichtschalter kann unter bestimmten Voraussetzungen durch einen Taster, Dimmer oder eine Smart-Home-Bedienung ersetzt werden. Dafür müssen jedoch Leitungsführung, Gerätedose, Last und Steuerung zusammenpassen. Die Kompatibilität des Rahmens allein sagt noch nichts über die elektrische Eignung aus.
Was die Ausstattung realistisch kostet
Die sichtbaren Komponenten sind oft günstiger als erwartet, doch bei einer Sanierung entstehen die größten Kosten meist durch Arbeitszeit, neue Leitungen, Stemmarbeiten und das Schließen der Wände. Die folgenden Werte dienen als grobe Orientierung für Material, nicht als verbindliches Angebot.
| Komponente | Grobe Materialspanne | Wovon der Preis abhängt |
|---|---|---|
| 1-fach-Abdeckrahmen | etwa 2 bis 6 Euro | Designlinie, Farbe und Oberfläche |
| Standard-Steckdose | etwa 4 bis 16 Euro | Serie, Berührungsschutz und Ausführung |
| Einfacher Wippschalter | etwa 17 bis 33 Euro | Komplettausführung, Farbe und Programm |
| USB-, Dimmer- oder Jalousieeinsatz | häufig 25 bis 100 Euro | Funktion, Leistung und Systemkompatibilität |
| IP44-Ausführung | Aufpreis gegenüber Innenraumlösung | Dichtungsset, Klappdeckel und Montageart |
Bei einer einfachen Ausstattung mit 20 Steckdosen und 10 Schaltern kann das Material bereits einen niedrigen dreistelligen Betrag erreichen. Hochwertige Glas- oder Metalloberflächen, viele Mehrfachrahmen und intelligente Einsätze treiben die Summe deutlich nach oben. Dazu kommen Montagekosten, die bei einer reinen Abdeckungsänderung ganz anders ausfallen als bei einer kompletten Neuverkabelung.
Mein Rat für Immobilien in Sachsen ist deshalb, die Ausstattung nach Räumen zu priorisieren. Im Wohnzimmer, in der Küche und im Eingangsbereich lohnt sich eine durchgängige Gestaltung. In Nebenräumen bringt ein teurer Rahmen dagegen oft kaum zusätzlichen Nutzwert. Technische Reserven und gut platzierte Steckdosen sind bei einer späteren Vermietung oder beim Verkauf meist wertvoller als eine exklusive Oberfläche an jeder Wand.
Eine Raumliste verhindert die teuersten Fehlentscheidungen
Bevor Rahmen und Wippen bestellt werden, sollte für jeden Raum eine kurze Liste entstehen. Darauf gehören Lichtkreise, Steckdosen, Netzwerkanschlüsse, Rollläden, Heizungsbedienung und mögliche spätere Erweiterungen. So fällt auch auf, ob an einer Stelle ein 2-fach- oder 3-fach-Rahmen benötigt wird.
Für die meisten Wohnimmobilien ist E2 oder E1 ein guter Ausgangspunkt, weil beide modern wirken und viele Funktionen abdecken. Standard 55 passt zu einer wirtschaftlichen Grundausstattung, Esprit und Studio zu bewusst gestalteten Wohnbereichen, während TX_44 dort eingesetzt werden sollte, wo der Schutz vor Feuchtigkeit wirklich gebraucht wird.
Eine gute Schalterplanung verschwindet nach der Montage fast aus dem Bewusstsein. Genau das ist für mich ein Qualitätsmerkmal: Alles ist erreichbar, sieht ruhig aus und lässt sich bei einer späteren technischen Anpassung erweitern, ohne dass die gesamte Wandgestaltung neu beginnen muss.